Höcke in Jena: Ohne Ton und ohne Licht!

Am 27. Oktober gingen in Jena mehr als 4.000 Menschen auf die Straße, um sich dem geplanten Bürgerdialog von Björn Höcke entgegenzustellen. Der Protest machte deutlich: »Wir überlassen den AFD-Nazis weder unsere Straßen noch unsere Städte!«

Aus verschiedenen Richtungen strömten Aktivist:innen zum Stadtteilzentrum LISA in Jena-Lobeda, wo Höcke auftreten sollte. Mit Parolen gegen Rassismus und Faschismus zogen sie durch den Stadtteil und machten klar, dass sie die rechte Hetze der AFD nicht unwidersprochen hinnehmen.

Höcke, Vorsitzender der AfD-Fraktion im Thüringer Landtag, konnte den Veranstaltungsort nur unter massivem Polizeischutz und Einsatz von Gewalt erreichen. Antifaschist:innen blockierten seinen Weg mit Sitzblockaden. Das Bündnis »Rechtsruck stoppen« berichtet von einem unverhältnismäßigen Einsatz von Pfefferspray, Schlagstöcken und Tritten gegen Protestierende.

Der Bürgerdialog fand schließlich unter denkbar schlechten Bedingungen statt: Ohne Strom und Mikrofon konnte er lediglich eine Stunde lang sprechen. Laut Polizei fiel der Strom im Gebäude für insgesamt dreieinhalb Stunden aus. Die Ursache ist bisher unbekannt. Bereits vor zwei Jahren hatte Höcke am selben Ort auftreten wollen, musste damals jedoch angesichts der Proteste fliehen.

Der Protest in Jena war breit aufgestellt: Fahrradgruppen, politische Parteien und Initiativen, Studierende, Großmütter, Aktivist:innen der LGBTI+-Bewegung und Schüler:innen, die sich auch gegen die Wehrpflicht engagieren. Sie alle verband die Entschlossenheit, sich dem Vormarsch der AFD-Nazis entgegenzustellen. Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen und politischen Erfahrungen kamen zusammen, um gemeinsam gegen Rassismus und Faschismus zu protestieren.

Die Tausenden Menschen, die in Jena auf der Straße waren, haben einmal mehr gezeigt, was es braucht, um den Faschist:innen entgegenzutreten: Wir müssen ihre Bewegungs- und Propagandafreiheit durch Widerstand von unten einschränken und verhindern, dass sie ihre angestrebte Straßenmacht aufbauen können. Ob in Jena, Magdeburg, oder überall sonst.


Bild: SVU Jena

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