Uni Leipzig: Vollversammlung beschließt Boykott Israels

An der Universität Leipzig fand am 19. Mai eine studentische Vollversammlung statt, um über die Forderung nach einem akademischen Boykott israelischer Universitäten abzustimmen. Von SVU Leipzig.

Die israelischen Hochschulen sind ein wichtiger Teil der Maschinerie, die Vertreibung, Besatzung und Völkermord möglich macht. Sowohl im Feld ideologischer Legitimation, als auch konkreter militärischer Forschung. Die Universität Leipzig unterhält fünf Partnerschaften mit israelischen Universitäten, die einzige Partnerschaft mit einer Palästinensischen wurde dagegen beendet.

Die Vollversammlung fand vor der Universität in Leipzig und nicht im vorgesehenen Hörsaal statt. Die Universitätsleitung hatte der Studierendenschaft den Raum am Tag zuvor unter dem falschen Vorwurf, die Vollversammlung sei nicht ordnungsgemäß einberufen worden, entzogen. Das ist allerdings schlicht nicht wahr, es wurden über tausend Unterschriften unter den Studierenden für die Vollversammlung gesammelt: mehr als das nötige Quorum wurde erreicht. Die Unileitung wollte schlicht nicht, dass eine politische Debatte zu Israels Völkermord in Gaza stattfand und griff zu Raumverboten und Lügen.

Studierendenschaft trotz Repression

Die Studierendenschaft ließ sich davon jedoch nicht einschüchtern: Der Student:innenrat stellte unter freiem Himmel die Rechtmäßigkeit der Vollversammlung gegen die Darstellung der Unileitung klar. Es kamen über 600 Student:innen und haben die Forderung nach einem akademischen Boykott mit übergroßer Mehrheit beschlossen.

Dieser Erfolg kann ein Vorbild für andere Hochschulen, Universitäten und Forschungsinstitute sein. Gleichzeitig ist klar, dass der Beschluss erst ein Anfang sein kann und der Druck der Studierenden auf die Unileitung und ihre Strukturen weiter aufgebaut werden muss. 

Die Palästina-solidarische Bewegung an deutschen Unis muss sich mit den Auseinandersetzungen für einen Boykott der Arbeiter:innen gegen die deutsche Unterstützung der Besatzung, Waffenexporte und die Lieferung von Militärgütern verbinden, um ökonomische Macht ausüben zu können. In Italien können wir sehen, welche Wucht diese Kämpfe entfalten können.


Titelbild: SVU Leipzig

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