Aus zahlreichen der 150 aktiven Städte sind etwa 200 Vertreter*innen der lokalen Schulstreikkomitees zusammengekommen. Am 18. und 19. April diskutierten sie in Göttingen gemeinsam den zukünftigen Fahrplan. Ein Bericht von SVU Siegen.
Grußworte der GEW NRW, der Friedensbewegung aus Hamburg, der »Eltern gegen Wehrpflicht« aus Göttingen sowie des Schülerrats brachten eine breite Solidarität zum Ausdruck. Gemeinsam liegt es nun an allen, vor allem aber an der Bewegung vor Ort am 8. Mai, zu noch größeren Streiks zu mobilisieren.
Gegen die Novelle des Wehrpflichtgesetzes haben die Schulstreiks bereits im Dezember 2025 deutlich gemacht: »Wir sterben nicht für eure Kriege!« Nach dem zweiten Streik im März und mit dem anstehenden dritten Streik im Mai wird erneut Protest auf die Straße getragen. Jeweils rund 50.000 Menschen stellen sich hinter die Forderungen der Schüler*innen.
Solidarität ist der Schlüssel
Auf dem Auftaktpodium wurde die Frage der Repression thematisiert. So hatten Lehrkräfte an vielen Orten in Deutschland ihre Schüler*innen eingeschlossen, Taschen wurden durchsucht, und bei Protesten gegen Jugendoffiziere an Schulen wurde der Verfassungsschutz aktiv und befragte Schüler*innen zu ihrer Motivation. Das Ziel ist klar: Je härter die Konsequenzen, desto schwieriger wird es, einen breiten Protest zu organisieren.
»Wir müssen hier auf Bündnispartner zugehen: Gewerkschaften, Azubis, Berufsschüler*innen, Studierende, aber auch Eltern, Werktätige und Angehörige älterer Generationen!«
Beispielsweise wurde in Essen der Streik an der Uniklinik unterstützt und im Gegenzug Unterstützung für die eigenen Schulstreiks gewonnen. Gegen die Repression von Polizei und Ordnungsamt kann nur ein weiteres Anwachsen der Bewegung helfen. Der Konferenz der Schulstreikkomitees ist es zudem ein Anliegen, die Inhalte klarer zu kommunizieren:
»Sprecht alle an eurer Schule an – egal ob 5. Klasse oder Oberstufe. Nur wenn alle mitmachen, können wir die Wehrpflicht und diesen Aufrüstungswahn stoppen!«
Vereint gegen die Kriegsgefahr
In zwei Blöcken mit zahlreichen Workshops entwickelte sich eine intensive Diskussion zur weiteren Arbeit. Ob es um den Umgang mit Repression geht, die angebliche Neutralität an Schulen kritisch hinterfragt wird, ob die Finanzierung der Militarisierung analysiert oder ob der Weg zu einer bundeswehrfreien Schule aufgezeigt wird – die fortschreitende Militarisierung an Schulen wird in vielerlei Hinsicht herausgefordert.
Die Konferenz beendete ihre Tagung mit einer gemeinsamen Erklärung zu den Streiks am 8. Mai sowie mit einer kraftvollen Kundgebung.
Bildquelle: svu