Donald Trump will einen »Regimewechsel« in Kuba – und nimmt dafür in Kauf, dass Menschen verhungern und an Krankheiten sterben. Das kubanische Regime befindet sich in seiner bisher größten Krise, da die Wirtschaft zum Erliegen kommt.

US-Blockade gegen Kuba

Donald Trump will einen »Regimewechsel« in Kuba – und nimmt dafür in Kauf, dass Menschen verhungern und an Krankheiten sterben. Das kubanische Regime befindet sich in seiner bisher größten Krise, da die Wirtschaft zum Erliegen kommt. Von Liam Winning.

Am 29. Januar 2026 hat die US-Regierung unter Trump im Rahmen ihrer erneuten Bemühungen um die Vorherrschaft in Lateinamerika Kuba zu einer »besonderen und außerordentlichen Bedrohung« erklärt. Sie hat die US-Blockade verschärft, um die Karibikinsel von Öllieferungen abzuschneiden und auf diese Weise das kubanische Regime in die Knie zu zwingen.

Treibstoff und Nahrung werden knapp

Die Warteschlangen an den Tankstellen sind kilometerlang und Lebensmittel werden knapp. Es gibt regelmäßige Stromausfälle, da die ölbetriebenen Kraftwerke nur noch eingeschränkt betrieben werden, um die verbleibenden Brennstoffvorräte zu schonen.

Flugzeuge haben nicht mehr genug Treibstoff, um irgendwo zu landen. Der Tourismus ist eingebrochen und Hotels sind geschlossen. Die Universität von Havanna musste schließen und der öffentliche Nahverkehr in der Hauptstadt ist seit mehreren Tagen eingestellt.

Der US-Imperialismus ist hauptverantwortlich für die humanitäre Krise in Kuba. Die lebenswichtigen Ölimporte für Kubas Energieversorgung sind fast vollständig zum Erliegen gekommen, nachdem Trumps Intervention in Venezuela im vergangenen Monat den zuverlässigsten Handelspartner des Landes ausgeschaltet hat.

Und die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro hat andere lateinamerikanische Staaten davon abgehalten, Kuba zu helfen.

Trump hat die US-Streitkräfte in der Karibik aufgestockt, die auch russische Tanker ins Visier genommen haben.

Selbst die oft widerständige Präsidentin Mexikos, Claudia Sheinbaum, musste sich Trumps Anordnungen beugen. Mexiko schickte zwei Schiffe mit einer begrenzten Menge an Hilfsgütern, Lebensmitteln und Öl nach Kuba; nicht genug, um die Blockade zu durchbrechen.

US-Blockade seit nationaler Befreiung 1959

Die USA verhängten die Blockade kurz nachdem Fidel Castros Guerillakämpfer 1959 den US-Verbündeten, den brutalen Diktator Fulgencio Batista, gestürzt hatten.

Die nationalistische Revolution war ein Schlag für den Imperialismus, der Kuba zu einem Spielplatz für Reiche gemacht und die wirtschaftliche Entwicklung gebremst hatte.

1961 erklärte Castro rückwirkend, dass die Revolution »sozialistisch« sei, und knüpfte für Kuba ein Bündnis mit der Sowjetunion. Er übernahm deren Modell des Staatskapitalismus, bei dem die herrschende Bürokratie die Wirtschaft wie ein riesiges kapitalistisches Unternehmen im Wettbewerb mit dem Westen leitete.

Das Castro-Regime hatte die Unterstützung einer großen Zahl von Arbeitern und armen Kubanern. Es leistete Widerstand gegen den US-Imperialismus, unterstützte nationale Befreiungskämpfe im Globalen Süden und verbesserte in den ersten Jahren nach der Revolution das Gesundheits- und Bildungswesen.

Nur noch geringe Unterstützung 

Heute gibt es wenig Unterstützung für das kubanische Regime, da die Menschen nur noch um ihr Überleben kämpfen. Der Heroismus der Familie Castro ist verblasst. Fidel Castro ist verstorben, und sein Bruder und Nachfolger Raúl ist 2018 als Präsident zurückgetreten.

Der derzeitige Präsident Miguel Diaz Canel hat wenig mehr getan, als Sparmaßnahmen zu verhängen, während die staatskapitalistischen Bürokraten weiterhin in ihren Villen in Havanna leben.

Der kubanische Sozialist Frank Hernandez sagt: »Die Regierung hat sich das Image einer Bande nutzloser Slogan-Wiederholer aufgebaut, die nicht in der Lage ist, so grundlegende Probleme wie die Sicherstellung der Lebensmittelversorgung zu lösen.«

Der kubanische Staat hat große Teile der Wirtschaft privatisiert, was zu starken Preissteigerungen geführt hat. Im vergangenen Jahr führte eine Erhöhung der Mobilfunkgebühren um bis zu 800 Prozent zu Protesten an der Universität von Havanna.

Während Kranken- und Wohnhäuser zerfallen, hat das Regime Millionen von Dollar in den Bau von Luxushotels für Touristen gesteckt. Schon vor Trumps Offensive waren tägliche Stromausfälle zur Normalität geworden.

Kubas Schicksal ist unklar

Es ist unklar, welches Schicksal Kuba derzeit bevorsteht, da das Regime zu Verhandlungen mit Trump aufgefordert wurde.

Im Gegensatz zu Venezuela fehlt Kuba ein tragfähiger alternativer Führer innerhalb des Regimes. Und Teile der Trump-Regierung befürchten, dass ein Zusammenbruch des Regimes zu einer Einwanderungswelle in die USA führen würde.

Sozialisten müssen zum Sieg über den US-Imperialismus aufrufen und die sofortige Aufhebung der Sanktionen fordern. Ein Sieg Trumps würde nur die Superreichen, die Konzerne und die extreme Rechte in ganz Lateinamerika stärken.

Es würde auch dazu dienen, Trumps imperialistische Kontrolle über die Karibik als strategische Region für den globalen Kapitalismus gegenüber seinem Rivalen China zu festigen.

Das bedeutet jedoch nicht, dass Kuba als Vorbild für den Sozialismus herangezogen werden kann. Groß angelegte Proteste wie die 11. Juli-Bewegung von 2021 zeigen, wie Kubaner von unten revoltieren können. [Bei der Bewegung von 2021 gingen tausende Menschen in dutzenden Städten auf die Straßen, um gegen die wirtschaftliche Misere, schlechte medizinische Versorgung im Rahmen der Covid-19 Pandemie sowie mangelnde politische Freiheiten zu protestieren. Anm.d.Übers.]

Die Hoffnung liegt bei den kubanischen Arbeitern, die für ihre eigenen Interessen kämpfen.


Dieser Artikel erschien am 16. Februar 2026 auf socialistworker.co.uk

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