Protest gegen Maccabi Tel Aviv

Freiburg: Protest gegen Maccabi Tel Aviv

Ultras und Palästina-Solidaritätsbewegung demonstrierten gegen ein Fußballspiel von Maccabi Tel Aviv in Freiburg. Von SVU Freiburg

An einem kalten Mittwochnachmittag am 21. Januar versammelten sich etwa 1500 Menschen, um gegen das Fußballspiel zwischen Maccabi Tel Aviv und dem SC Freiburg zu protestieren. Das lokale Bündnis »Solidarität mit Palästina« organisierte die Demonstration. Diese sollte die Botschaft verbreiten, dass es problematisch ist, eine Fußballmannschaft und Fans zu empfangen, die sich des Völkermords mitschuldig gemacht haben.

Trotz der massiven und einschüchternden Polizeipräsenz mit etwa 2300 Polizist:innen sowie Pferden, Drohnen und Hubschrauber, kamen die Menschen zusammen, um ihre Ablehnung zu zeigen. Viele von ihnen nehmen nicht regelmäßig an den lokalen Palästina-Demonstrationen teil. An diesem Tag jedoch fühlten sie sich motiviert, zu kommen und gegen die Aufnahme von Rechtsextremen durch die Stadt zu protestieren, die für ihr gewalttätiges und rassistisches Verhalten bekannt sind.

Mit 1500 Menschen, die »Rot für Israel, Gelb für euer Schweigen, Rot für Genozid, Gelb für euer Schweigen« riefen und entsprechend die ausgeteilten roten und gelben Karten hochhielten, herrschte eine Atmosphäre des starken Widerstands in der sonst so ruhigen und liberalen Stadt Freiburg.

Lange Mobilisierung gegen Maccabi Tel Aviv

Bereits im November 2025 hatte eine erste gemeinsam organisierte Demonstration stattgefunden. Doch die Beteiligung blieb hinter den Erwartungen zurück. Dies hing wohlmöglich mit der zu diesem Zeitpunkt bereits nachlassenden Dynamik der Palästina-Bewegung zusammen. Mehrere Bündnismitglieder hatten jedoch kurz vor der Demonstration eine Online-Petition gestartet, die ein Verbot der Maccabi-Fans forderte. Diese bot die Gelegenheit, weiterhin für Proteste gegen das Spiel im Januar zu mobilisieren. Die Petition erwies sich als sehr nützlicher Anknüpfungspunkt und Gesprächsaufhänger, um den Menschen klare und fundierte Forderungen zu vermitteln.

In der folgenden Zeit hat das Bündnis große Anstrengungen unternommen, um alle möglichen lokalen Verbündeten wie Studierendengruppen, politische Kollektive und die lokalen Ultra-Gruppen zu kontaktieren. Die Erfahrungen mit den Ultras waren ähnlich wie mit vielen anderen Gruppen. Sie hatten Angst, dies öffentlich zu tun, aus Furcht vor Repressionen. Diesen Gruppen gegenüber zeigte das Bündnis stets Verständnis und sagte ihnen, dass es für jede Unterstützung dankbar sei, um auch die kleinsten Schritte in Richtung Zusammenarbeit zu fördern.

Wenige Tage vor dem Spiel riefen mehrere lokale Ultra-Gruppen zu einem Boykott des Spiels auf. Auch wenn sie dies nicht aus »politischen« Gründen taten, sollte der Einfluss der Diskussionen nicht unterschätzt werden. Sie haben das Bewusstsein für die Mitschuld Deutschlands am Völkermord und die offensichtliche Heuchelei geschärft. Der Erfolg des Bündnisses geht über die Demonstration hinaus, da jetzt neue persönliche Kontakte für zukünftige Kooperationen bestehen.

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