Demonstration in Köln um den Opfern des rassistischen Anschlags in Hanau zu gedenken

Gedenken an die Opfer rassistischer Gewalt in Hanau

In Köln versammelten sich zum sechsten Jahrestag des rechtsterroristischen Anschlages in Hanau rund 2.000 Menschen, um den Opfern zu gedenken. Und um gegen rassistische Gewalt zu kämpfen. Ein Bericht von SvU Köln. 

»Von Trauer – zu Wut – zu Widerstand« hieß es im Aufruf zur Demonstration, die sich gegen rassistische Hetze und Angriffe aus Politik, Medien und von Rechts stellte. Redebeiträge machten unmissverständlich das kapitalistische Profitsystem und rassistische Hetze aus den Parlamenten für das zunehmend rassistische Klima in Deutschland verantwortlich. Und für die zahlreichen daraus resultierenden Morde der vergangenen Jahre verantwortlich. 

Rassismus hat System

Mehrmals wurden die Verbindungen der rassistischen Hanau-Morde zu anderen aktuellen Themen gezogen. Die Aufrüstung und Wehrpflicht, Sozialkürzungen und Verarmung, Kriege und Genozide mit deutschen Waffen – sie alle werden von Rassismus befeuert, rassistisch legitimiert und treffen häufig zuerst rassifizierte Menschen. Die Kämpfe dagegen, so wurde häufig betont, sind untrennbar miteinander verflochten. »Von Hanau über Teheran nach Gaza« hieß es in einem Redebeitrag, von »Mercedes Kierpacz, über Hind Rajab und George Floyd zu Lorenz A« in einem anderen. Sie alle verdeutlichen: Rassismus hält ein mörderisches System aufrecht, das Profite über Menschen stellt und viel zu häufig tödlich endet. 

Eine lange Geschichte rassistischer Morde

Immer wieder wurde die Parole »Hanau war kein Einzelfall, Widerstand überall« angestimmt und inhaltlich von Redebeiträgen aufgegriffen. Besonders eindrücklich machte das Fatma Ceylan. Sie ist eine Überlebende des mit rassistischen Hassbotschaften frankierten Paketbombenanschlages von 1992 in Köln. Sie kämpft noch immer für Gerechtigkeit sowie für Anerkennung des rassistischen Tatmotivs. Lange sprach Fatma nicht über den Anschlag. Rückblickend wünsche sie sich aber, sie hätte früher für Gerechtigkeit und gegen den dahinterstehenden Rassismus gekämpft. So hätten, betonte Fatma, möglicherweise folgende rassistische Morde in Köln und deutschlandweit verhindert werden können. Heute wissen wir, dass auf den Anschlag auf Fatma noch viele folgen sollten. 

»Alle zusammen gegen den Rassismus«

Die rassistische Hetze aus der Politik, zahlreiche rassistische Morde der vergangenen Jahre und die staatliche Sabotage an Bemühungen von Hinterbliebenen, diese aufzuklären, zeigen uns: der Kampf gegen Rassismus und die Aufarbeitung rassistischer Morde kann nur ein kollektiver von unten sein. Er muss aus Solidarität erwachsen, gesellschaftliche Spaltungen überbrücken und ganz besonders – das wurde in Köln deutlich – er muss dem Rassismus seinen kapitalistischen Profite-jagenden Nährboden entziehen.

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