In Frankfurt am Main beteiligten sich rund 400 Beschäftigte und Auszubildende des Universitätsklinikum Frankfurt am Main für höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen am bundesweiten Bildungsstreik im Rahmen der Tarifrunde im öffentlichen Dienst. Ein Bericht von Svu Frankfurt.
Es war bereits der dritte Streiktag in der Tarifrunde der Länder. Dieses Mal stand er unter dem Motto »Jugendstreik« – im Zentrum standen Auszubildende und Dual-Studierende. Rund 150 Menschen nahmen an der Kundgebung teil, während etwa 300 Beschäftigte zu diesem Zeitpunkt die Arbeit niedergelegt hatten. Zusammen mit der Spätschicht wurden insgesamt bis zu 400 Streikende erwartet.
Die Forderungen sind klar: 200 Euro mehr für Azubis, 7 Prozent und mindestens 300 Euro mehr Lohn für alle anderen Beschäftigten sowie 20 Prozent auf alle Zeitzuschläge. Hinzu kommt die Forderung nach unbefristeter Übernahme aller Auszubildenden.
»Geld für Rüstung, aber nicht für uns«
In mehreren Redebeiträgen wurde die Arroganz der Arbeitgeber kritisiert: Während die Beschäftigten jeden Monat planen müssen, um Miete und Essen bezahlen zu können, halten ihnen die Arbeitgeber entgegen, sie sollten doch auf ihren »Skiurlaub« oder das »zweite Bier« verzichten. Die Realität vieler Vollzeitbeschäftigter sieht anders aus: Ein Redner erzählte, dass manche Kolleg:innen neben ihrem Vollzeitberuf noch einem Zweitjob nachgehen müssen, um ihre Familien zu versorgen.
Auch der Zusammenhang zwischen Sozialabbau und Aufrüstung wurde auf der Kundgebung thematisiert: Während die Regierung 500 Milliarden Euro an Schulden für die Rüstung aufnimmt, wird bei denen gespart, die das Gesundheitssystem am Laufen halten.
Kämpferischer Demozug durch Uniklinik Frankfurt
Der Demonstrationszug führte zunächst lautstark durch das Klinikgelände – mit Trillerpfeifen und Sprechchören. Beschäftigte und Azubis, die nicht mitstreiken konnten, jubelten aus den Fenstern und zeigten ihre Solidarität. Anschließend zog die Demonstration durch die Frankfurter Innenstadt und machte auf den Arbeitskampf aufmerksam.
Trotz der vergleichsweise geringen Beteiligung war die Atmosphäre entschlossen. Der Streik zeigt: Die Beschäftigten im Gesundheitswesen sind bereit zu kämpfen – für Löhne und Arbeitsbedingungen, die ein würdiges Leben ermöglichen.
Titelbild: Svu Frankfurt